Mein Name ist Dr. Frank Weinreich, und ich bin der Betreiber von seidenfluss.de und der Autor der meisten der Texte sowie der Fotograf und Zeichner aller nicht anders ausgewiesener Bilder, die Sie hier finden.

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(Foto: Uwe Schwesig 2009)

Ich bin Jahrgang ´62, verheiratet und seit 2003 Vater eines tollen Sohnes, der übrigens auch schon eine Kampfkunst übt. Beruflich bin ich ehemaliger Rettungssanitäter, ehemaliger Krankenpfleger, studierter Kommunikationswissenschaftler, Ex-Universitätsdozent und Schulforscher, promovierter Philosoph und arbeite jetzt seit 2000 als freier Lektor und Autor, der als Experte für phantastische Literatur ziemlich bekannt geworden ist. (Mehr über diese Arbeit und eine Sammlung von mehr als 50 Aufsätzen und Essays zum Thema finden Sie unter polyoinos.de)

Das heißt auch, dass seidenfluss.de für mich ein rein nichtkommerzielles Projekt ist. Ich bin an keiner Schule oder anderen kommerziellen Institution beteiligt. Ich bin Mitglied des Bushikan e. V., Herne, übe aber noch in verschiedenen anderen Dojos mit wechselnden Partnern und Lehrern. Ich arbeite selbst nur sporadisch ehrenamtlich als Trainer und Lehrer und schreibe hier nur aus dem Grund, dass ich meine Erfahrungen rund um die Kampfkünste, die Meditation und die damit verbundene Philosophie mit Ihnen teilen möchte.

Ich bin Budoka seit 1977 (Shaolin Kempo 2. Dan, Jiu Jitsu 1. Dan) und praktiziere Taichiquan, Qi Gong und die Meditation seit etwa 2005. Zu meiner Schande muss ich gestehen, das ich, anders als die meisten überzeugten Kampfkünstler meiner Kunst für fast fünfzehn Jahre abtrünnig geworden bin und im Alter zwischen 27 und 40 nichts gemacht habe. Das bedeutet für mich heute, dass ich bei Weitem nicht da stehe, wo ich stehen könnte, wenn ich dabeigeblieben wäre, aber mein Lebensweg sollte wohl so verlaufen.

Ich hätte aber wohl auch eine andere Einstellung, wenn ich nicht zwischendurch die volle westliche Dröhnung wissenschaftlicher Erziehung bis hin zum Doktortitel in der Philosophie mitgemacht hätte. Auch meine Ausbildung zum Krankenpfleger in den Achtzigern und meine Arbeit auf verschiedenen Intensivstationen der westlichen Schulmedizin war prägend. Und in diesen 15 Jahren war in meinem Leben eben keine Zeit für die emotional-physisch-nichtrationale Lebensweise. Ich bereue deshalb auch eigentlich nichts, außer dass ich vieles verpasst habe, was ich jetzt nicht mehr werde lernen können. Aber man kann nicht alles haben, und manchmal setzen sich Prioritäten von selbst.

Herauskristallisiert hat sich jedenfalls folgende Priorität: Als Philosoph ist eines meiner drängendsten intellektuellen Bedürfnisse Ratio und Emotion, Logik und Gefühl zu versöhnen - ich habe da so eine Ahnung, dass ich zumindest in meinem eigenen Leben - jetzt, da ich beides intensiv durchlaufen habe und in meinem täglichen Leben nun vereinen konnte - damit Erfolg haben könnte. Spannend an dem westlichen Ratio-Konzept und der östlichen Spiritualität ist nämlich, dass beides richtig ist. Und wenn das stimmt, dann ist der alte Graben zwischen Verstand und Gefühl überwunden.